AYURVEDA PHILOSOPHIE

Der Ayurveda zählt neben der chinesischen und griechisch-antiken Heilkunde zu den ältesten ganzheitlichen Medizinsystemen der Welt und entstand vor etwa 2500 Jahren in der Hochkultur Nordindiens. Seine Kernelemente wurden in acht international anerkannten Kompendien festgehalten.

Der Begriff „Ayurveda“ stammt aus der Sanskrit-Sprache und setzt sich aus AYUS (Leben, Langlebigkeit) und VEDA (Wissen) zusammen. Die übergeordneten Ziele des Ayurveda lassen sich in einer Trias zusammenfassen:

» Prävention: Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit
» Therapie: Maßnahmen zur Heilung von Krankheit
» Langlebigkeit: Maßnahmen zur Verlängerung der Lebens- und Gesundheitsspanne

Ayurveda ist weit mehr als eine indische Naturheilkunde: er ist Präventivmedizin, Heilkunst und Lebensphilosophie zugleich. Er führt uns zu unserer Natur und zu unserem Wesenskern. Gesundheit ist der zugrundeliegende Wert im Ayurveda. In den alten Schriften heißt es: „Gesundheit ist die Basis für das Erreichen aller vier Lebensziele – ethisch-moralische Rechtschaffenheit, materieller Wohlstand, sinnliche Erfüllung und spirituelle Entwicklung“.

Ayurveda ist weltanschaulich offen und frei von einschränkenden Überzeugungen. Menschliches Leben wird ganzheitlich als Zusammenschluss von Seele, Geist, Sinnen und Körper verstanden. Das Wissen um deren Interaktionen stellt die Essenz der ayurvedischen Wissenschaft dar. Gesundheit und Krankheit manifestieren sich in Körper, Sinnen und Geist.

Europäischer Ayurveda | Indischer Ayurveda

Authentischer Ayurveda orientiert sich immer an den klassischen überlieferten Textsammlungen (Samhita), die praktische Anwendung der beschriebenen Gesetzmäßigkeiten muss jedoch örtliche, zeitliche und soziokulturelle Gegebenheiten berücksichtigen. Somit ist Ayurveda ortsunabhängig und zeitlos.

Europäischer Ayurveda unterscheidet sich von indischem Ayurveda in der Anwendung der Therapiekonzepte, die auf dem gleichen klassischen Fundament basieren. Dies beinhaltet u.a. die europäisch-indische Unterscheidung von Zielgruppen, gesundheitlichen Beschwerden, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie verfügbaren einheimischen Heilmitteln.

In Indien sichert Ayurveda nach wie vor die Grundversorgung vorrangig akut und häufig infektiös erkrankter Patienten, insbesondere aus ärmeren ländlichen Gebieten. Eine indische Ayurveda Praxis schleust nicht selten mehr als 200 Patienten täglich durch.

In Europa hat sich Ayurveda als stabile Säule der Naturheilkunde etabliert und versorgt überwiegend funktionelle Störungen, chronische Erkrankungen, psychosomatische Beschwerdebilder und Klienten ohne erkennbare Krankheiten mit dem Wunsch nach einem gesünderen erfüllten Leben.

Die besondere Qualität des europäischen Ayurveda liegt in der individuellen systemischen Betrachtung des Einzelnen und darauf aufbauenden maßgeschneiderten Therapiekonzepten unter persönlicher Zuwendung und Begleitung. Ayurvedamedizin stellt somit ein Gegenmodell zur zunehmenden Pauschalisierung von „Disease Management Programs" dar.