Steuernagel Ayurveda Blog

Herzlich Willkommen im AYURVEDA BLOG von Ralph Steuernagel.
Hier werden regelmäßig Beiträge rund um die faszinierende Welt des Ayurveda veröffentlicht.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 7 – DIE ANAMNESE

Den Abschluss unserer Reise durch die ayurvedischen Untersuchungsmethoden bildet nun die Anamnese, Prashna Pariksha genannt. Prashna bedeutet Frage, Pariksha Untersuchung. Das Wort „Anamnese“ stammt aus dem Griechischen und heißt „Erinnerung“. Der Therapeut befragt den Patienten systematisch, um dessen Leidensgeschichte zu erfassen und analytisch zu verstehen.

Anamnese

Die Anamnese (Prashna Pariksha) und die 8 Untersuchungsverfahren (Puls, Urin, Stuhl, Zunge, Hörbares, Fühlbares, Augen und Antlitz) mittels der fünf Sinne des Therapeuten (Panchendriya Pariksha) bilden zusammen die ayurvedische Diagnostik (Nidana).

Im klassischen Ayurveda wurde keine Systematik einer Anameseführung beschrieben. Meine Darstellung basiert daher auf den Erfahrungen meiner Lehrer und Kollegen und meiner eigenen 20-jährigen Praxistätigkeit.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 6 – IN AUGEN UND ANTLITZ LESEN

Er benötigt nur 100 Millisekunden: der erste, entscheidende Eindruck. Wir schauen in die Augen und das Gesicht unseres Gegenübers und urteilen sofort intuitiv über Vertrauenswürdigkeit, Sympathie, Attraktivität und Zugänglichkeit.

Die Psychologie des ersten Eindrucks machen wir uns auch in der ayurvedischen Diagnostik zunutze. Je erfahrener der Diagnostiker, desto treffsicherer der erste Eindruck. Auch nach einer einstündigen Anamnese ändert sich an diesem oft nicht viel, lediglich die Sicherheit, mit der ein erstes Urteil gefällt wird, steigt.

Antlitz

Die Inspektionen von Augen (Drika) und Antlitz (Akriti) eines Patienten zählen zu den letzten beiden der acht Untersuchungsverfahren (Ashtavidha Pariksha) der Ayurvedamedizin.

Stabile, relativ unveränderliche Merkmale weisen auf konstitutionelle Dominanzen (Prakriti) hin; variable, veränderliche Merkmale dienen hauptsächlich der Diagnostik von Abweichungen (Vikriti) und Krankheiten (Roga). Unveränderlich sind die meisten knöcherigen Strukturen, veränderlich sind Farben und Funktionen.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 5 – PALPATION: MIT DEN HÄNDEN SEHEN

Ayurvedische Diagnostik beginnt mit dem ersten Händedruck bei der Begrüßung eines neuen Klienten. Wie fühlt sich dieser an? Ist er entschlossen oder zaghaft, hart oder weich, warm oder kalt, trocken oder feucht?

Sparsha bedeutet Kontakt durch Berührung – Sparsha Pariksha ist eines der acht ayurvedischen Untersuchungsverfahren und ein ganz besonderes. Mit seinen Händen fühlt der Therapeut in den Patienten hinein und nimmt Eigenschaften wahr.

Palpation

Die „Palpation“ ist eine der ältesten Untersuchungsverfahren der Medizin und gehört nebst Inspektion (Betrachtung), Auskultation (Abhören) und Perkussion (Abklopfen) zu den Basistechniken einer modernen klinischen Untersuchung.

Die wichtigsten Strukturen, die getastet werden können, sind die Haut und ihre Anhangsgebilde (Haare und Nägel), das darunterliegende Fettgewebe, die Muskulatur, Knochen, Gelenke und in der Tiefe liegende Organe.

Auch die ayurvedische Pulsdiagnostik, die wir bereits zu Beginn dieser Artikelserie behandelt haben, zählt im erweiterten Sinne zur palpatorischen Diagnostik. Aufgrund Ihrer herausragenden Bedeutung wurde ihr allerdings eine eigene Säule innerhalb der acht klassischen Untersuchungsverfahren zugeordnet.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 4 – GESUNDHEIT & KRANKHEIT HÖREN

Im alten Indien gab es keine bildgebende Diagnostik wie Ultraschall, Röntgen oder Magnetresonanztomographie. Traditionelle Ayurveda Ärzte waren daher auf die Untersuchung von Gesundheit und Krankheit mittels ihrer fünf Sinne angewiesen.

Dr. Arora aus Rishikesh, mein erster Ayurveda Lehrer, gab mir 1994 einen Rat mit auf meinen Weg: Lerne, Deinen Patienten zu hören, zu fühlen, zu sehen, zu schmecken und zu riechen – nur dann kannst Du ihn verstehen.

Diagnostik-auditiv

Die heutige Hightech-Diagnostik ist von großem Nutzen, kleinste Winkel des Körpers können ausgeleuchtet und zielgerichtet therapiert werden. Wenn dabei aber die sinnliche Wahrnehmung des Menschen vernachlässigt wird, gehen wertvolle Informationen verloren und eine ganzheitliche Behandlung ist unmöglich.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 3 – URIN- & STUHLDIAGNOSTIK

Wenn ich meine Patienten im Rahmen einer Erstkonsultation detailliert nach der täglichen Stuhl- und Harnentleerung frage, treibt dies manchem die Schamesröte ins Gesicht. „So genau wurde ich hierzu noch nie befragt“, heißt es dann oft. Oder auch „Sie fragen mich was, keine Ahnung – was weg ist, ist weg…“.

In westlichen Kulturen spricht man ungern über seine Ausscheidungen, für viele sind diese Themen mit Ekel verbunden. Das ändert sich meist schlagartig nach einer ayurvedischen Behandlung. Kurgäste gewöhnen sich schnell daran, morgens freizügig über ihre Ausscheidungserfahrungen zu berichten.

Stuhl-Urin-Diagnostik

Der Ekel ist tatsächlich unbegründet – Ihr Urin war vor kurzem noch Bestandteil Ihres Blutes und Kot ist nichts anderes als der unverdauliche Anteil Ihrer aufgenommenen Nahrung. Die tägliche Beobachtung der eigenen Ausscheidungen ist von großem Wert und gibt uns ein Bio-Feedback zum Zustand unserer Ernährung und Verdauung.

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 2 – ZUNGENDIAGNOSE

Neben der Pulsuntersuchung stellt die Inspektion der Zunge Jihva Pariksha eines von acht klassischen Untersuchungsverfahren im Ayurveda dar. Bereits im traditionellen Kompendium Ashtanga Samgraha Samhita wurden Zeichen einer jeweils von Vata, Pitta, Kapha und Blut „verdorbenen“ Zunge beschrieben.

Unsere Zunge liegt auf dem Boden der Mundhöhle und ist ein zum oberen Verdauungstrakt zählendes Muskelorgan. Sie wird in Zungenwurzel, Zungenkörper und Zungenspitze gegliedert, äußerlich lassen sich Rücken, Unterseite und Rand der Zunge unterscheiden. Physiologisch ist die Zunge am Kauen, Saugen, Schlucken und Sprechen beteiligt. Als Sinnesorgan können wir mit ihr schmecken und tasten.

Zungendiagnose

Traditionelle Medizinsysteme aus Asien und Europa sehen in der Zunge seit jeher ein wertvolles Diagnoseinstrument, um den Gesundheitszustand eines Patienten zu beurteilen. Auch die moderne Schulmedizin überprüft Zungen im Rahmen einer körperlichen Untersuchung und korreliert einige Zungenzeichen mit bestimmten Erkrankungen (z.B. die Erdbeerzunge bei Scharlach, die Lackzunge bei Vitamin B12 Mangel oder die bläuliche Zunge bei Minderdurchblutung).

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UNTERSUCHUNGSMETHODEN IM AYURVEDA | 1 – PULSDIAGNOSE

Ayurvedische Diagnostik ist multimodal. Sie setzt sich aus der mündlichen Befragung im Anamnesegespräch und der körperlichen Untersuchung zusammen. Im Anschluss werden alle Ergebnisse ausgewertet, um die Entstehung und Entwicklung der Beschwerden mit allen daran beteiligten Faktoren ganzheitlich zu verstehen.

Pulspalpation

In unserer Artikelserie „Untersuchungsmethoden im Ayurveda“ stellen wir Ihnen die 8 wichtigsten ayurvedischen Verfahren vor: Puls, Zunge, Urin, Stuhl, Hören, Fühlen, Augen und Antlitz. Teil 1 widmet sich der faszinierenden Pulsdiagnose.

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KOMMUNIKATION AUS AYURVEDISCHER SICHT

Kommunikation dient der Verständigung untereinander, bedeutet Austausch und Teilhabe - Kommunikation ist unser Leben. Durch sie werden pausenlos innerlich und äußerlich Informationen ausgetauscht. Man kann nicht nicht kommunizieren.

Kommunikation

Der klassische Ayurveda machte bereits vor 2.000 Jahren auf die gesundheitliche Bedeutung einer zuträglichen Kommunikation aufmerksam. Verbunden mit dem heutigen Wissen der Kommunikationspsychologie entsteht eine wertvolle Symbiose mit vielfältigem Nutzen: in der ayurvedischen Diagnostik und Therapie, zur Förderung geistiger Gesundheit und zur Regulation zwischenmenschlicher Beziehungen.

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WIE VERLÄSSLICH SIND AYURVEDA KONSTITUTIONSTESTS?

Vata, Pitta oder Kapha - welcher „Dosha-Typ" sind Sie? Mit derartigen Fragen locken zahlreiche Online-Anbieter und Printmedien Interessenten an, um anhand eines Fragebogens in wenigen Minuten gesundheitliche Stärken und Schwächen, Persönlichkeitsmerkmale, Neigungen und Bedürfnisse zu erfassen. Ist das aus klassisch-ayurvedischer Sicht überhaupt möglich? Wie seriös sind derartige Konstitutionstests? Und woran kann ein Laie professionelle Tests erkennen?

Konstitutionstest

„Prakriti" ist der Sanskritname für die Konstitution und bedeutet wörtlich übersetzt „Natur". Jedes Lebewesen hat eine eigene, einzigartige Natur mit Ressourcen, Stärken und Fähigkeiten auf der einen und Vulnerabilitäten, Schwächen und Anfälligkeiten auf der anderen Seite. Das Wissen über unsere Natur ist von überragender Bedeutung und wirkt wie ein Kompass. So können wir unsere Lebensweise anpassen, unsere Potenziale leben und Gefahren rechtzeitig erkennen. Voraussetzung dafür ist, dass unser Konstitutions-Kompass richtig kalibriert wurde und uns die Nadel nicht durch schnelle, unzureichende Testergebnisse auf den falschen Weg führt.

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AYURVEDA PULSDIAGNOSE: ESSENZ ODER SCHWINDEL?

Sie wird in den Medien und seitens vieler Anbieter als die ultimative Diagnosetechnik der Ayurvedamedizin präsentiert: NADI PARIKSHA, die ayurvedische Pulsuntersuchung. Aus dem Puls liest der Ayurveda Arzt Gesundheit und Krankheit seiner Patienten, lautet der einheitliche Tenor. Aber entspricht dieser tatsächlich der ayurvedischen Lehre oder wird vielmehr ein mystisches Klischee bedient?

Pulsdiagnose

Weshalb übt die Untersuchung des Pulses eine derartige Faszination auf Patienten und Studenten der Ayurvedamedizin aus? Welche Aussagekraft besitzt der Puls eines Individuums tatsächlich? Welche Fähigkeiten benötigt ein Untersucher, um aus dem Puls medizinisch wertvolle Informationen zu erhalten? Wie störanfällig ist der Puls und wie hoch liegt die Fehlerquote in seiner Beurteilung? Welche Pulsmerkmale sind höchst subjektiv, welche wissenschaftlich objektivierbar? Nach welchen Kriterien werden Pulse ayurvedisch beurteilt? Woran erkennen wir seriöse Anbieter einer ayurvedischen Pulsuntersuchung?

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