Steuernagel Ayurveda Blog

Herzlich Willkommen im AYURVEDA BLOG von Ralph Steuernagel.
Hier werden regelmäßig Beiträge rund um die faszinierende Welt des Ayurveda veröffentlicht.

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ORGANE AUS AYURVEDISCHER SICHT | DIE LUNGE

Atmung ist Lebensenergie. Das Leben beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten. Dazwischen liegen nach 100 Lebensjahren etwa 788 Millionen Atemzüge und 500 Millionen Liter Luft. Unsere äußere Atmung erfolgt als Lungenatmung über Mund und Nase, die innere Atmung (Zellatmung) dient der Energiegewinnung.

Diese Energie wird im Ayurveda Prana genannt. Prana (Atemenergie) ist eine unserer drei Energiequellen – die anderen beiden sind Tejas (Lichtenergie) und Ojas (Nahrungsenergie).

Lunge

Organe stehen in der westlichen Medizin diagnostisch und therapeutisch im Mittelpunkt. Nicht so im Ayurveda, der Gesundheit als Folge eines ausgewogenen Milieus, in dem alle Funktionskräfte optimal arbeiten können, versteht.

Dieses Milieu wird durch zwanzig Eigenschaften aus fünf Elementen erzeugt und ist die Grundlage aller Strukturen und Funktionen unseres Körpers. Organstörungen sind vorrangig die Folge eines pathologisch veränderten Milieus.

In diesem Beitrag möchte ich anhand der Betrachtung unserer Lunge eine Brücke zwischen der eher strukturell orientierten westlichen Medizin und der stärker funktionell ausgerichteten Ayurvedamedizin bauen.

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GEGENWÄRTIGKEIT – ACHTSAMKEIT – MEDITATION

Unser Geist produziert fortwährend Gedanken. Manche von ihnen beziehen sich auf unsere Vergangenheit und mit ihr verbundene Erfahrungen – wir schwelgen in Erinnerungen. Manche von ihnen beziehen sich auf unsere konstruierte Zukunft und mit ihr verbundene Wünsche, Hoffnungen oder Befürchtungen.

Eines haben beide Muster gemeinsam: sie gehen mit dem Verlust an Gegenwärtigkeit einher. Dafür zahlen wir einen hohen Preis – wir verlieren Konzentration, Achtsamkeit, aktives Engagement und Kontakt. Kurzum: die Kraft und Magie der unmittelbaren Erfahrung im Hier und Jetzt bleibt uns verborgen.

Meditation

„Ich meditiere täglich“, höre ich von vielen meiner Patient(innen) im Erstgespräch. Die meisten von ihnen leiden unter Ängsten, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden. „Wunderbar! Haben Sie dadurch eine Entlastung erfahren?“, frage ich gerne. Die häufigste Antwort lautet: „Ich fühle mich in der Meditation entspannter, aber die Wirkung hält leider im Alltag nicht an.“

Woran liegt das? Was ist überhaupt Meditation und welche Ziele verfolgt sie? Welche Meditationsarten gibt es und wie finde ich zu der für mich passenden Meditationspraxis? Welchen meditativen Praktiken liegt eine religiöse Weltanschauung zugrunde? Welche Rolle spielt Meditation in der Psychotherapie? Gibt es Kontraindikationen?

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AYURVEDA ALS PRÄVENTIVMEDIZIN IM MODERNEN EUROPA

Die ayurvedische Medizin zählt zu den ältesten Gesundheitslehren der Menschheit und widmet sich seit über 2000 Jahren drei zentralen Zielen: Erhaltung von Gesundheit, Heilung von Krankheit und Verlängerung der Lebensspanne.

Während für Therapeuten in der Heilbehandlung zunächst die Auflösung von Krankheit im Vordergrund steht (sanskrit „Arogya“ = frei von Krankheit), widmet sich der ayurvedische Präventivmediziner ganzheitlich der Erhaltung gesunder Körperstruktur, regelrechter Physiologien, sinnlicher Klarheit, psychisch-geistiger Gesundheit und spiritueller Verwirklichung. Eine derartig umfassende Definition von Gesundheit (sanskrit „Svastha“ = im Selbst ruhen) ist wahrlich einzigartig!

Präventivmedizin

Ayurvedische Präventivmedizin und Therapie sind immer multimodal und basieren auf einer eigenen differenzierten Diagnostik. Die Gesundheitslehre des Ayurveda ist salutogenetisch orientiert und beantwortet individuell die Frage, wie wir noch gesünder werden können.

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AYURVEDA ALS ANTI-AGING MEDIZIN

Wir werden geboren, entwickeln und verändern uns, altern, erkranken und sterben. Unser Leben ist ein Zusammenspiel von Körper, Sinnen, Geist und Seele. Die Frage stellt sich nicht, ob wir altern – sondern wie.

Ayurveda dient in diesem Zusammenhang drei Zielen: der Stärkung unserer Gesundheit (Prävention), Heilung von Krankheit (Therapie) und Förderung von Langlebigkeit (Ayus). Somit kann der Ayurveda als erste Anti-Aging Medizin der Menschheit bezeichnet werden.

AntiAging

Mit Rasayana Chikitsa, den Verfahren zur Regeneration und Revitalisierung steht hierfür ein eigenes Fachgebiet zur Verfügung. Rasayana beinhaltet Maßnahmen zur aktiven Verjüngung vorzeitig gealterter Strukturen und Funktionen.

In der Charaka Samhita, dem wichtigsten Klassiker der Ayurvedamedizin, steht: „Eine Person, die eine Verjüngungstherapie in Anspruch nimmt, erlangt Langlebigkeit, Erinnerungsvermögen, Intellekt, Freiheit von Krankheit, Jugendlichkeit, Glanz, Ausstrahlung, Stimme, exzellentes Potenzial von Körper und Sinnesorganen, vāk-siddhi (seine Worte werden wahr), Respekt und Brillianz.“

Wer möchte diese Eigenschaften nicht erlangen?

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PRANA VATA | DER LEBENSHAUCH AUS SICHT DER AYURVEDAMEDIZIN

Bereits in der ältesten vedischen Hymnensammlung, dem Rigveda, wurden drei grundlegende Kräfte in der Natur als Triade beschrieben: Lebensenergie, Licht- und Wärmeenergie und das Prinzip von Zusammenhalt. Diese Kräfte werden durch die drei Elemente Luft, Feuer und Wasser symbolisiert und funktionell im Ayurveda als Vata, Pitta und Kapha reflektiert.

PranaVata

Prana wird als Lebensenergie, Lebenshauch, Lebensatem, Lebensodem, Lebensprinzip oder einfach nur Leben übersetzt – alle Begriffe spiegeln unterschiedliche Facetten von Prana wider.

Das Leben „Ayus“ ist ein Zusammenschluss aus Körper, Sinnesorganen, Geist und Seele (Caraka Samhita Su.1.42). Der berühmteste ayurvedische Klassiker ergänzte dieses Zitat durch die Aussage: „Leben ist eine Verbindung des Körpers mit Prana“ (CS, Vim.8.91) und führte die Existenz von Prana als das erste und wichtigste Lebenszeichen an.

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BLENDED LEARNING | AYURVEDA ZEITGEMÄSS STUDIEREN

Als ich im Herbst 1997 zum ersten Mal als Dozent in einer Ayurveda Ausbildung unterrichtete, nutzte ich zur Vorbereitung meine damalige Ayurveda Bibliothek und die jahrelangen handschriftlichen Aufzeichnungen aus meinem Studium in Indien. Der Unterricht erfolgte analog mit Papier, Stift und Kreidetafel – die Overheadprojektion meiner damaligen handgeschriebenen Folien war schon „High-Tech“.

Heute, 20 Jahre später, hat sich das Lehren und Lernen verändert – und ist ohne den Einsatz digitaler Medien kaum noch denkbar. In zwei Wochen eröffne ich unseren ersten virtuellen Seminarraum für das Ayurveda Webinar, das ein neuer Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer ayurvedischen Lehr-Lern-Prozesse sein wird.

Ayurveda-Webinar

Die technische Entwicklung ist beeindruckend und ermöglicht Vieles, was vor 20 Jahren unvorstellbar war. Zugleich bleibt eines unverändert: die Natur funktioniert immer analog!

Ayurveda wird seit über 2000 Jahren von Lehrern auf Schüler übertragen, deren Beziehung dabei eine überragende Rolle spielt. Ayurveda zu lernen bedeutet, die Natur und ihre Gesetze mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu verstehen und sich mit ihr zu verbinden. Ein gesunder Mix aus persönlicher Unterweisung, Fachliteratur und digitaler Kommunikation unterstützt uns dabei – das Zauberwort lautet „Blended Learning“.

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2017 | STEUERNAGEL AYURVEDA BLOG 2.0

Als ich am Freitag, den 14. August 2015 meinen ersten Blog-Beitrag postete, wusste ich nicht, welche Dynamik und Erfolgsgeschichte dieser nach knapp 17 Monaten schreiben würde. Allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl unserer Abonnenten verdreifacht.

Viele Leser haben mir persönlich geschrieben und ihre spannenden Selbsterfahrungen in der praktischen Anwendung meiner Empfehlungen mitgeteilt, andere lasen einfach in Stille und inspirierten sich.

2017

Ayurveda rückt immer mehr in die Mitte unserer Gesellschaft und erreicht eine bunte Anhängerschaft aus Jung und Alt, Frauen und Männern mit unterschiedlichstem soziokulturellem Hintergrund. Und genau das war meine Intention: durch diesen Blog viele Menschen zu erreichen und ihnen die zeitlose, ortsunabhängige Gesundheitslehre Ayurveda authentisch zu vermitteln – frei von religiösen Ideologien oder festgefahrenen Traditionen.

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RASAYANA | REGENERATION & VITALITÄT

Unser Energiehaushalt ist mit zweierlei Arten von Batterien vergleichbar:

Die eine ist unsere Lebensbatterie, die uns von der Geburt bis zum Lebensende begleitet, sie ist nicht auffüllbar und daher gilt es, sie vor einem vorzeitigen Verbrauch zu schützen. Die andere ist unser alltäglich aufladbarer Akku, dessen Ladezustand von unserer Ernährung, Atmung, Schlaf und Spannungsregulation abhängt.

Viele kennen das Phänomen am eigenen Smartphone: der Ladezustand liegt unter 10% und wir wollen umfangreiche Webinhalte downloaden oder Apps ausführen. Zunächst scheint alles perfekt zu funktionieren, doch dann kommen erste Warnsignale und kurz darauf schaltet das Gerät ab. Nun heißt es, erst einmal aufzuladen.

Rasayana

Ähnlich verhält es sich mit unserem eigenen Energielevel – er ist schon sehr niedrig, aber wir nehmen es nicht wahr und verbrauchen mehr Energie, als wir aufladen. Auch wenn unser Körper nicht gleich „abschaltet“, so sendet er ständig Signale über seinen „Ladestatus“ in Form von Symptomen, die im Ayurveda von großer Bedeutung sind.

Was können wir zusätzlich tun, um unseren Akku in bestmöglicher Aufladung zu halten?

Das ayurvedische Schlüsselwort heißt Rasayana und bedeutet wörtlich „Weg der Essenz“. Es ist die ayurvedische Königsdisziplin, die begleitend zum Alltag oder im Rahmen eines stationären Kurrückzugs praktiziert werden kann.

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SADVRITTA | ETHIK & MORAL IM AYURVEDA

Auch im sonst eher beschaulichen Bad Homburg gibt es heute morgen nur ein Thema auf den Straßen: der grausame Anschlag in Nizza, bei dem viele Menschen ihr wertvolles Leben verloren. Liberté, Égalité, Fraternité – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit war das Motto der französischen Revolution 1789, derer jährlich am 14. Juli als Nationalfeiertag in Frankreich gedacht wird. Diese Losung wird heute erneut auf die härteste Probe gestellt.

Dieser Tag stimmt mich sehr traurig. Das Leid ist für Alle unermesslich groß: für die Opfer, die in Freude miteinander feiern wollten; für deren Angehörige, die in wenigen Sekunden ihre Geliebten verloren haben; für den oder die Täter, die in vollständiger geistiger Verwirrung und Unwissenheit handelten; für Ausländer und Muslime, die mit jedem Terrorakt zunehmend unter Generalverdacht gestellt werden; für unsere westlichen Gesellschaften, die immer mehr drohen zu entzweien.

Sadvritta

Als einer der Repräsentanten ayurvedischer Medizin und Lebenskultur im Westen sehe ich es als meine Aufgabe an, ayurvedische Werte und Verhaltensempfehlungen mit Ihnen zu teilen. Künftig werde ich deshalb in meinem Blog nebst ayurvedischen Grundkonzepten verstärkt persönliche Geschichten und Weltereignisse ayurvedisch kommentieren und konkrete Vorschläge zu Veränderungen darstellen.

SADVRITTA bedeutet „rechtes Verhalten“ gemäß ethisch-moralischen Werten. Im Ayurveda gilt es Wissen um die Gesetze der Natur zu erlangen und dann im Einklang mit diesen glücklich zu leben – zum Wohle Aller. Die praktische Anwendung von Sadvritta im Alltag fördert Toleranz, Verständnis und Hilfsbereitschaft. Das größte WIN-WIN-Modell aller Zeiten...

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AYURVEDA ALS BERUF(UNG)

Der Ayurveda ist im Westen angekommen und stellt heute eine unverzichtbare Säule der naturheilkundlichen Medizin in Europa dar. Sein ganzheitliches Verständnis von Mensch und Natur hat längst die engen Grenzen reiner Diagnostik und Therapie in Heilpraxen überschritten.

Immer mehr Menschen vertrauen der langjährigen Erfahrung und Weisheit dieses Systems und sehen in ihm auch eine Lebensphilosophie zur Steigerung von Gesundheit und Langlebigkeit, Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen sowie Entwicklung von Lebensfreude und Selbsterkenntnis.

Warten-Machen

Aus dieser Grundlage heraus haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten unterschiedliche Zielgruppen für ayurvedische Dienstleistungen und in Folge neue „Berufsgruppen“ entwickelt. Waren es in den 80er Jahren noch begeisterte Indienliebhaber, die manche der wenigen damaligen ayurvedischen Angebote nutzten, so erreicht der Ayurveda heute die ganze Breite unserer Gesellschaft. Nachfolgend stelle ich Ihnen die ayurvedischen Perspektiven für Heilberufe, Gesundheitsfachberufe und Quereinsteiger vor.

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AYURVEDA UND CHINESISCHE MEDIZIN IM VERGLEICH

Die „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) und die „Traditionelle Indische Medizin“ (Ayurveda) stellen gemeinsam mit der „Traditionellen Europäischen Naturheilkunde“ (TEN) seit etwa 2500 Jahren die drei ältesten ganzheitlichen Medizinsysteme der Menschheit dar.

Beide asiatische Traditionen sind längst im Westen angekommen, erfreuen sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit bei ihren Anwendern und werden zunehmend schulmedizinisch anerkannt.

Ayurveda-TCM

Welche Gemeinsamkeiten haben diese beiden großen Medizinsysteme Asiens, worin liegen ihre Unterschiede?

Lassen sie sich miteinander therapeutisch verbinden und worauf sollte man dabei achten?

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WAS IST KLASSISCHER AYURVEDA?

Seit etwa drei Jahrzehnten wird Ayurveda auch im Westen praktiziert und erreicht immer mehr Menschen mit dem Wunsch nach ganzheitlicher Gesundheit und Lebensgestaltung. Viele Anbieter werben mit den Begriffen „authentisch", „traditionell" oder „klassisch" im Zusammenhang mit ihren ayurvedischen Angeboten. Die Stilrichtungen unterscheiden sich dabei deutlich und widersprechen sich teilweise sogar. Können Laien „echte" Ayurveda Konzepte überhaupt erkennen - und wenn ja, woran? Wie authentisch sind ayurvedische Angebote in Europa im Vergleich zu den Ursprungsländern Indien und Sri Lanka?

Samhita

Die Ursprünge der klassischen Ayurvedamedizin reichen bis in die vedische Phase (etwa 1750 v.C. bis 500 v.C.) der indischen Geschichte zurück. Im goldenen Zeitalter von 200 v.C. bis 800 n.C. wurde die Lehre systematisiert und es entstanden international anerkannte Textsammlungen (Samhita), deren vier wichtigsten Vertreter die Charaka, Sushruta, Asthangahrdaya und Ashtangasamgraha Samhita sind. In diesen Schriften wurden alle wesentlichen Inhalte der Ayurveda-Lehre zusammengestellt. Sie gelten als die Quelle des klassischen Ayurveda.

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